Open Educational Resources: offene und zeitgemäße Bildung - Die Schulwerkstatt

Open Educational Resources: offene und zeitgemäße Bildung

Lehrkräfte als Entwickler*innen von Unterrichtsmaterialien

Das Erstellen von Unterrichtsmaterialien wie Arbeitsblättern, PowerPoint-Präsentationen und Erklärvideos gehört für Lehrerinnen und Lehrer zum Alltag. Zwar bieten Schulbücher und Arbeitshefte der Bildungsverlage vielfältige Materialien, doch nicht immer sind Lehrkräfte mit diesen gänzlich zufrieden. Deshalb entwerfen sie im Laufe ihrer Tätigkeit eine Vielzahl von eigenen Materialien. Diese Materialien verbleiben häufig in einer Schublade oder auf dem USB-Stick ihres*ihrer Schöpfer*in. Unter Lehrkräften werden ihre Materialentwürfe oft lediglich innerhalb des Kollegiums geteilt. Das Ziel des Konzepts von Open Educational Resources ist es, diese Praxis zu beenden.

Freie Bildungsmaterialien für jedermann

Statt entstandene Lehr- und Lernmaterialien verstauben zu lassen, sollen Lehrkräfte diese teilen, weiterentwickeln und wiederverwenden. Open Educational Resources sind freie Materialien mit einer offenen Lizenz wie zum Beispiel CreativeCommons. Grundlage für die Erstellung von OER ist die Berücksichtigung von Urheber- und Lizenzrechten anderer Personen. Beispielsweise können die Ersteller*innen nur solche Bilder verwenden, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht wurden. Zudem vereinfachen die Errungenschaften des digitalen Zeitalters die Abläufe des Teilens und Weiterentwickelns erheblich.

Open Educational Resources: die Vision einer offenen und freien Bildungswelt

Die Motivationen der OER-Ersteller*innen und -Nutzer*innen ist es, den monopolistisch geprägten Schulbuchmarkt aufzubrechen. Hinter diesem Ziel verbirgt sich das Ideal einer Bildungswelt, in der Menschen unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation sowie ihrem Wohnort Zugang zu Bildung erhalten. Auch aus Sicht der Schulwerkstatt besitzen OER-Materialien ein großes Potential. Zum einen haben die vielen Stunden Arbeit, die in die Erstellung von Unterrichtsmaterialien fließen, so auch für andere Lehrende und Lernende einen Mehrwert. Hinzu kommt, dass eine neuartige Qualität der Kooperation zwischen Lehrenden geschaffen wird. Dies gelingt, indem Lehrkräfte ihre Materialien nicht nur teilen, sondern auch die Konzepte anderer Lehrerinnen und Lehrer ausprobieren sowie diese evaluieren und innovieren.

Edualbs Berlin: Forum für OER-Tüftler*innen

Um mit Ersteller*innen und Nutzer*innen von OER in den Austausch über Chancen und Hürden von OER zu treten, nahm die Schulwerkstatt an einem Meetup zum Thema „OER Materialien in der Schule“ teil. Dies organisierten die edulabs Berlin. Das abgeschlossene Pilotprojekt leiteten vom 01.03.2017 bis 31.12.2018 der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. Gegenwärtig wirkt edulabs als Forum für die gemeinsame Entwicklung innovativer und unter offener Lizenz veröffentlichter Bildungsmaterialien (Quelle: Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.: Über das Projekt. Online verfügbar. Zuletzt geprüft am 13.12.2019.).

Auf dem Meetup erhielten wir zahlreiche Empfehlungen zu Ersteller*innen und Distributor*innen von OER wie beispielsweise OERhörnchen oder die Alemannenschule Wutöschingen. Eine Hürde bei der Erstellung und Verbreitung von OER sei vor allem, dass nicht jede Lehrkraft bereit sei, ihre Materialien zu teilen.

Ein weiteres Problem sei die zu geringe Bekanntheit der OER-Bewegung. Diese führe dazu, dass Lehrerinnen und Lehrer weiterhin vor allem auf Lehrbücher zurückgreifen. Doch auch wenn OER in Zukunft an Popularität gewinnen sollten, darf das Konzept von OER nicht als kostenloser Materialpool missverstanden werden. Die OER-Bewegung steht und fällt mit der aktiven Beteiligung ihrer Akteur*innen. Selbst entworfene Materialien zu teilen und die Entwürfe anderer Lehrer*innen zu beurteilen sowie diese weiterzuentwickeln, gehören ebenso zur Idee von OER, wie das kostenlose Nutzen fremder Materialien.