DigitalPakt Schule: Keine Förderung ohne Konzept - Die Schulwerkstatt

DigitalPakt Schule: Keine Förderung ohne Konzept

Fünf Milliarden Euro für digitale Infrastruktur

Mit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung für den DigitalPakt durch Bund und Länder am 17. Mai 2019 ging das Großprojekt „Digitalisierung der Schulen“ in die nächste Runde. Hierfür stellt der Bund von 2019 bis 2024 insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Bundesmittel werden anteilig auf die Länder verteilt, die diese wiederum an die Schulträger weitergeben. Rein rechnerisch steht jeder der ca. 40.000 Schulen in Deutschland im Durchschnitt ein Beitrag von 137.000 Euro zur Verfügung.1

Digitalisierung als gesamtgesellschaftlicher Prozess

Digitale Medien stellen nicht nur eine Chance der Innovation von Unterrichtskonzepten und der Vereinfachung verwaltungstechnischer Aufgaben dar. Inzwischen durchdringen digitale Systeme und Werkzeuge unsere gesamte Gesellschaft. Sowohl das Private als auch die Arbeitswelt haben sich innerhalb der letzten 20 Jahre rasant verändert. Schülerinnen und Schüler nutzen heute selbstverständlich digitale Angebote, häufig jedoch ohne die dahinterstehenden Algorithmen zu verstehen oder rechtliche Rahmenbedingungen zu kennen. Lernende zu einer selbstbestimmten und verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien zu befähigen, zählt daher zu den neuen Aufgaben der Schule des 21. Jahrhunderts. Nur wer weiß, auf welche Art und Weise digitale Medien funktionieren und arbeiten, kann sich auch kritisch mit diesen auseinandersetzen und die eigene Nutzung reflektieren. Hierfür benötigen Lehrerinnen und Lehrer eine dementsprechend gute technische Ausstattung an ihrer Schule.2

DigitalPakt – Was ist förderfähig?

Hierbei versteht sich der DigitalPakt als Infrastrukturprogramm mit dem beispielsweise die Leitungsverlegung innerhalb der Schulen oder die Einrichtung von Wireless-Access-Points (WLAN) finanziert werden kann.3 Förderfähig sind des Weiteren standortgebundene Anzeigegeräte wie interaktive Tafeln.4 Für mobile Endgeräte darf der Schulträger hingegen maximal 20% der Fördermittel nutzen. Andere Fragen hinsichtlich von Betrieb, Wartung und Support fallen grundsätzlich in den Aufgabenbereich von Kommunen bzw. privaten Schulträgern. Es ist jedoch möglich, DigitalPakt-Mittel zur Entwicklung professioneller Support- und Wartungsstrukturen digitaler Infrastruktur auf regionaler oder Landesebene zu verwenden.5

Checkliste zur Erstellung von Medienkonzepten

Die Zuteilung der Mittel des DigitalPaktes wird von den einzelnen Ländern gesteuert. Voraussetzung zur Mittelbeantragung ist ein technisch-pädagogisches Konzept, das beim Schulträger einzureichen ist. Dann bündelt dieser die Konzepte der einzelnen Schulen und beantragt die Gelder beim jeweiligen Land. Die Vorgaben zur Erstellung eines technisch-pädagogischen Konzeptes legen die einzelnen Länder selbst fest.6 Grundsätzlich sollte ein Medienkonzept jedoch nicht als „Mittel zum Zweck“ missverstanden werden. So dient dieses nicht nur der Beantragung von Fördermitteln, sondern ist Grundlage für einen nachhaltigen Digitalisierungsprozess. Beispielsweise müssen pädagogisch-didaktische Zielstellungen sinnvoll mit technischen Anforderungen der Schule verknüpft werden. Um Schulen bei der Erstellung eines Medienkonzeptes zu unterstützen, haben wir gemeinsam mit dem DsiN-Projekt DigiBitS eine Checkliste zum Thema „Digitale Bildung nachhaltig gestalten: Wegweisende Fragen zum Medienkonzept“ entworfen. Ihr könnt die Checkliste hier herunterladen. Natürlich beraten wir euch auch gern persönlich bei der Erstellung eures Medienkonzeptes.

1Bundesministerium für Bildung und Forschung: Wissenswertes zum DigitalPakt Schule. Online verfügbar. Zuletzt geprüft am 02.03.2020. 2Ebd. 3Ebd. 4Bundesministerium für Bildung und Forschung: Der DigitalPakt Schule kommt. Online verfügbar. Zuletzt geprüft am 02.03.2020. 5Bundesministerium für Bildung und Forschung: Wissenswertes zum DigitalPakt Schule. Online verfügbar. Zuletzt geprüft am 02.03.2020. 6Ebd.