Datenschutzgerecht kommunizieren: WhatsApp-Alternativen für die Schule - Die Schulwerkstatt

Datenschutzgerecht kommunizieren: WhatsApp-Alternativen für die Schule

Quelle: Pixabay | Public Domain Mark 1.0
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WhatsApp in der Schule?

DSGVO – diese fünf Buchstaben sorgen seit dem vergangenen Jahr für viel Unsicherheit, Unmut und Frustration. Hinter ihnen verbirgt sich die Datenschutz-Grundverordnung der EU. Auch Schulen sind hiervon nicht ausgenommen und überarbeiten im Zeichen der Digitalisierung ihre Konzepte für den Umgang mit personenbezogenen Daten.

Ein Schwerpunkt der Debatte um die DSGVO ist die Verwendung von Messengern an Schulen, um Lehrkräften die digitale und unkomplizierte Kommunikation mit Kolleg*innen sowie Schüler*innen und Eltern zu ermöglichen. Zumindest eines war schnell klar: Der beliebte Messenger WhatsApp erfüllt die Regelungen der DSGVO nicht. Ein Grund hierfür ist, dass sich die Server des Anbieters außerhalb der EU in den USA befinden. Außerdem greift WhatsApp standardmäßig auf das Adressbuch des genutzten Mobiltelefons zu.

Grundlagen der DSGVO

Um sich zur Verwendung von WhatsApp-Alternativen an Schulen zu informieren, besuchte die Schulwerkstatt ein Meetup von „Let’s Talk“ zum Thema „Statt WhatsApp: In der Schule datenschutzkonform kommunizieren“. Am Beginn der Veranstaltung stand eine allgemeine Vorstellung der Bestimmungen der DSGVO durch Uwe Wuntke, den regionalen Datenschutzbeauftragten für Berlin/Tempelhof-Schöneberg sowie Berlin/Mitte:

  1. Zunächst müssen die Erfassung und Verarbeitung der Daten durch eine Rechtsvorschrift erlaubt bzw. dürfen nicht verboten sein.
  2. Außerdem muss eine Einwilligung der betroffenen Schüler*innen bzw. von deren Eltern vorliegen.
  3. Hinzu kommt, dass Datenerfassung und -verarbeitung der Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung dienen müssen.
WhatsApp-Alternativen für die Schule

Im Anschluss daran präsentierten drei Anbieter ihre Messenger-Alternativen. Sie setzen die Richtlinien um, indem sie beispielsweise nicht auf das Adressbuch eines Smartphones zugreifen sowie die Registrierung über eine E-Mail-Adresse erfolgt.

  • Der Messenger „Wire“ ist im Gegensatz zu WhatsApp DSGVO-konform. Die Nutzer*innen registrieren sich nicht mit Hilfe einer Telefonnummer, sondern über eine E-Mail-Adresse. Auch greift die App nicht auf das Adressbuch des*der Nutzer*in zu. Wire kann als kostenlose Basis- oder kostenpflichtige Pro-Version erworben werden. Auch eine Kombination beider Angebote ist möglich. Zum Beispiel können sämtliche Lehrkräfte einen Pro-Account erhalten, während die Schüler*innen die Basis-Version nutzen. So kann die Schulleitung die Lehrer*innenaccounts zentral verwalten, ohne für jede*n Schüler*innenaccount eine Lizenz erwerben zu müssen. Bildungseinrichtungen erhalten einen Rabatt von bis zu 90%.
  • Bei „Schoolfox“ handelt es sich um einen spezifischen Schulmessenger. Er ermöglicht es beispielsweise, Dokumente von Eltern unterschreiben zu lassen oder Nachrichten in 40 verschiedene Sprachen zu übersetzen. Auch „Schoolfox“ entspricht den Datenschutzrichtlinien und wird in einer kostenlosen Basis- sowie einer kostenpflichtigen Vollversion angeboten.
  • Der Schulserver „iServ“ bietet Schulen die Möglichkeit, ein vollständiges Schulnetzwerk zu erstellen, dessen Teil ebenfalls ein Messenger ist. „iServ“ ist kostenpflichtig und kann als Angebot eines digitalen „Gesamtpakets“ für Schulen verstanden werden. Das Produkt wurde explizit für Schulen entwickelt und erfüllt mit sämtlichen Funktionen die Richtlinien der DSGVO.

Die Ergebnisse des Meetups könnt ihr bald auf unserer Homepage abrufen: Hier werden wir eine Checkliste für Schulen bereitstellen, die darüber aufklärt, was bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten zu beachten ist, um nicht gegen die DSGVO zu verstoßen. Zusätzlich werden wir eine Übersicht über verschiedene WhatsApp-Alternativen sowie deren Vor- und Nachteile veröffentlichen.